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Mut

Willo Thread starter

Dorian Gray

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1

Friday, July 30th 2010, 12:59pm

Mut

Sei mutig, großes Herz.
Der Sturm ist bald vorbei
und ein neuer Tag wird kommen,
und du bist frei.

Du wirst die Sonne wieder sehen;
ihr begehrend Aufgehen,
das sich majestätisch und hoffnungschaffend
über die Welt beugt-
wie ein großer Vater.

Mut machen-
wie Kinder Murmeln auf den Straßen schubsen.
Das ist nicht leicht,
aber das ist Trost.
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Perry

Erlkönig

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2

Tuesday, August 3rd 2010, 4:56pm

Hallo Willo,

ein Text, der gut gegen die Hoffnungslosigkeit anschreibt.
Ein paar Kleinigkeiten hätte ich anzumerken:
"sei mutig, großes Herz" -> hier wäre mir "kleines" inhaltlich näher.
wie ein großer Vater" -> die Sonne wird im allgemeinen eher als "Mutter" in der Natur bezeichnet.
Ich selbst fand Murmeln schubsen nie schwer -> auf einen alten Menschen bezogen (?) mag es vielleicht hinkommen.

LG
Perry
es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
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Willo Thread starter

Dorian Gray

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3

Tuesday, August 3rd 2010, 6:41pm

Danke für deine Anmerkungen, obwohl ich sie unangemessen finde.
Wie findest du den text?

gruß willo
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Perry

Erlkönig

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4

Tuesday, August 3rd 2010, 6:48pm

Hallo Willo,

was fändest du angemessen?
Lies sie als Alternativvorschläge, die du abwägen kannst, aber nicht annehmen musst.

LG
Perry
PS: Wenn ich dein Gedicht nicht interessant finden würde, hätte ich auch keinen Komm abgegeben.
es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
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Willo Thread starter

Dorian Gray

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5

Tuesday, August 3rd 2010, 11:06pm

Also ich finde deine Alternativvorschläge verbessern nicht.
Das Herz ist groß, weil es tief empfindet; nicht klein, weil es putzig oder sentimental empfinded.
Die Sonne beugt sich wie Vater über die Welt, weil mayestätisch und weise (das passt mehr zur Stimmung, in der ich das Gedicht schrieb)
Das Murmelschubsen bezieht sich auf das Wie des Mutmachens, auf dessen Leichtigkeit; nicht auf
die Schwierigkeit zum Mutmachen selbst.

Ich bin dir dankbar für deine Vorschläge, aber sie zeigen mir, dass
du die Stimmung des Gedichtes nicht empfunden hast.
Das spricht gegen mein Gedicht oder gegen dich.

Lieben Gruß und vielen Dank
Willo

p.s. sicher bewahrt mich die Anonymität vor Heuchelei, deswegen die Härte meiner Kommentare
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kadenftw

Dorian Gray

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6

Wednesday, August 4th 2010, 2:47pm

Sei mir nicht böse Willo, aberdas ganze ist nicht so mein Fall, was aber mal wieder an meinen Präferenzen liegen wird.
Und zwar bin ich antimotivationalist, wenn ich animateure höre, Sektenführer Pfarrer oder sontige Menschen die mir
in schwierigen zeiten Mut zusprechen wollen, kriege ich einen Tötungsreiz.
Ich kann nicht wirklich gut erklären warum ich externe Motivation verabscheue, das einzige was ich festmachen kann
ist das das ganze zumeist plump daherkommt. Jeder mensch der versucht anderen Mut zu machen, ist meist selber in der Situation
gerade keien Angst vor der selben sache zu haben.
Also wird das Angstverursachende Moment versimpliziert damit man Allgemeinplätze rausbuttern kann die dem anderen dann helfen sollen.

Falls das nicht funktioniert hat sich derjenige nicht richtig an die Ratschläge gehalten.

Da kommen dann so Sprüche bei raus wie:

Wenn du glaubst es geht nicht mehr , kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

So was empfinde ich immer als Beleidigung meiner Intelligenz. Vielleicht macht mich das zu einem großkotzigen Arschloch, da ich
mich in meinem imgainativen Intelligenz rating über andere stellen, ich weiß halt auch nur das ich so empfinde.
Vielleicht bin ich einfach opfer meiner erziehung ich habe schon früh als Kind beim weinen immer "Ein Indianer kennt kein Schmerz" gehört.
Und mein vater pflegte gewaltvoll auf Menschen zu reagieren die weinen (denkt euch mal den teufelskreis xD).
Irgendwann wurde das ganze dann zu meiner eigenen Identität. Ich mag niemanden der schwäche zeigt, außer es handelt sich um eine frau.
Aber das ist ja evolutionär bestimmt, jeder mann beschützt gerne.


Deshalb kann ich deinem Werk leider nichts abgewinnen. Es ist zu plump mutmacherisch für meinen Geschmack.
So motivierend. Und daher halt auch voll abgenutzter Bilder.

Der Sturm ist bald vorbei (seid die deutsche Romantik vorbei ist , ist dieses Bild übernutzt, vor allem in dieser grammatikalischen Konstellation)

und ein neuer Tag wird kommen,
und du bist frei. (wieder das gleiche jetzt aber gemischt mit dem übernutzten Sonnenaufgangsmotiv, das du in dem nächsten Abschnitt, wieder aufgreifst)

Du wirst die Sonne wieder sehen;
ihr begehrend Aufgehen, (Ja Sonne als methapher für aufkeimende Hoffnung , ich möchte fast Homer zitieren...)

(zusätzlich passt mir auch das begehrende aufgehen nicht, die Sonne drängt sich ja nicht auf, oder will irgendwas, sie ist zu weise dafür. Die Sonne zieht gemächlich ihre Kreise und weil keiner sie dran hindern kann, sind wir einfach nur froh wenn das was sie uns schickt etwas gutes ist.)

über die Welt beugt-
wie ein großer Vater. (schonmal die bibel gelesen, die starrt vor diesem Bild, extrem seltsam stößt der große Vater auf das ist wie rote Tomate (hab mir mal sagen lassen so etwas ist ein Hendiadyoin (wens das wort gibt) ich mag das wort nicht deshalb in klammern)

Mut machen- (ja danke das du aus einer third person perspektive das leben beurteilen kannst clap clap)

wie Kinder Murmeln auf den Straßen schubsen.
Das ist nicht leicht,
aber das ist Trost.

der letzte Abschnitt rettet das ganze seltsamerweise, weil du von übernutzten bildern weg gehst, die kinder die murmeln sind zwar als Bild bekannt, du nutzt es aber irgendwie auf eine völlig anderen weise und es bleibt
ein mysteriöser nachgeschmack.

Die letzten 2 sätze sind nicht gütig da das überheblich wäre, sind sind freundlich und zwar nicht aufgesetzt sondern ehrlich, zärtlich freundlich.

Mut machen- (es ist witzig wie du hier den letzten Absatz mit einem strich einleitest so als würdest du dich für den vorangegangenen .... entschuldigen und sagen , ab hier lesbar.

So entschuldige das ich deinen Erzähler so hart kritisiert habe.

Entschuldige meine harte Kritik.
wer mag wen? hat wann? wie wen? warum gemocht?
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Willo Thread starter

Dorian Gray

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7

Wednesday, August 4th 2010, 9:40pm

Hallo Kadenftw,

vielen Dank für deine wirklich angemessene Kritik. Ich möchte ein paar Dinge dazu sagen,
dir mir angebracht scheinen und vlt. mein Gedicht sowohl für dich als auch für mich in ein besseres Licht stellen. Denn
ich stimme dir in deiner Kritik stark zu. Ich sagte zu mir nach dem Lesen "fantastisch!". Ohne scheiß.

Zum Mutmachen als solches: Mutmachen muss nicht durch Worte passieren; Mutmachen kann man durch pure Anwesenheit.
Sicher wirkt ein platter Spruch wie "Denke doch positiv" fast verhöhnend, verspottend, aber es muss I. nicht so gemeint sein (und auch das
muss man sich selbst eingestehen, gerade wenn man klug ist) und II. ist dennoch etwas wahres daran. Man kann Mut gewinnen, wenn man
einfache Dinge beachtet. Aber das ist ein anderes Thema. Daher dies nur am Rande.


Jetzt möchte ich etwas zur "abgenutzten Romantik" sagen. Mir selbst fällt es gerade bei vielen meiner Arbeiten auf, dass sie
wie abgenutzte Romantik wirken. Sie verwenden ähnliche Metaphern, Motive, Melodien usw. usf. Das ist mir einerseits genauso zuwider wie dir,
aber andererseits schreibe ich nur - ausschließlich - aus einer Empfidung heraus ein Gedicht. Wenn dies dazu führt, dass ich Kitsch mache, dann ist das
nicht an sich Kitsch, sondern es ist Kitsch weil die Romantik zu oft verkitscht wurde. Die Romantik bewegt sich immer hart an einer Grenze und was so manchem Kitsch ist, ist dem anderen tiefe Sehnsucht. Ich hoffe du siehst den - zumindest möglichen - Unterschied.

Vlt. sollte man die Vorbelastung durch eine abgenutzte Romantik beiseite lassen und versuchen unvoreingenommen zu lesen. Auch mir fällt es unheimlich schwer,
aber dies scheint der Weg. Ich habe kaum romantische Schriftsteller gelesen; ich bevorzuge eher z.B. den Expressionismus (Hoffentlich sagst du mir jetzt nicht, dass
der Expressionismus ein dunkle, graue Romantik ist.) Daher wird es wohl mit mir und nicht mit einer unbewussten Tendenz zum Plagiat zusammenhängen. Darauf hoffe ich. Also die Frage, wenn die Romantik nicht abnutzt wäre, wäre dies denn dann Dichtung? Schwer zu beantworten.

Deine Bemerkung zum Strich hinter "mutmachen" finde ich auch sehr interresant, wenn sie zutrifft,
dann geschah dies unbewusst. Oder der Strich hat eher eine Funktion, dass er das große Worte vom nahem Wort trennt (das romantische vom
alltäglichen). ich weiss es nicht.

Auf jeden Fall, vielen Dank.
Du bist kompetent.
Lese doch ein paar meiner Gedichte.
Vlt. finde wir etwas Brauchbares.

Achtungsvoll Willo
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kadenftw

Dorian Gray

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8

Thursday, August 5th 2010, 4:40pm

Du greifst in deinem Plädoyer witzigerweise einen Gedanken von Milan Kunderra auf "unerträgliche Leichtigkeit des Seins".
Indem du darstellst wie dieser Kitsch, diese Post Romantik ein Teil von dir ist und vollständig aus dem Gefühl kommt.

Genau das gleiche fügt dieser Milan auch an, er sagt das intelligente menschen den kitsch, zu meiden versuchen weil
wir ihn als plump verachten, dass dies aber ein Trugschluss ist. Er führt zum Beispiel an das man, bei Flora und Fauna
Romantik sowie deutscher Romantik , eiskalt bleiben kann und völlig unberührt, aber zB beim Anblick eines Straßenkaters
der um seine Gefährtin die Tot, neben ihm liegt, trauert. In unkontrolliertes Weinen ausbrechen kann.

Dabei ist nicht die Form des Kitsch wichtig sondern unsere eigene Psyche. Kitsch wird zu Romantik und umgekehrt wenn wir
fühlen was der Erschaffer fühlt. Will heißen wenn wie gefühlsmässig mit ihm auf einer Welle schwimmen.

Ich denke ich habe das ganze schon gerochen, meine eigene Unvollkommenheit gerochen, als ich die Kritik anfing zu schreiben.
Ich denke das klingt auch bei mir an.

Trotzdem bleibt eben das es mich nicht berührt. Wobei ich mich frage was erstrebenswerter ist, einen einzigen so mit einem Werke
zu berühren das sich sein ganzes Leben ändert, in welche Richtung auch immer. Oder viele so zu rühren das sie kurz ergriffen nicken.
Ich weiß zumindest was kommerziell sinnvoller Wäre, hielt das aber noch nie für ein interessantes Kriterium, da viel Schund Mammon bringt.


Zum Ende noch eins , ich bin nicht gewöhnt das man mich kompetent nennt (du bist der erste Mensch der mich auf diese Weise tituliert xD),
ich bin von Kompetenz weit entfernt. Mein Kritik mag augebnscheinlich ansatzweise kompetent wirken weil mir beliebt über meine eigenen,
echten Intentionen nachzudenken, dass bleibt aber weit entfernt von der Wahrheit.

Ich weiß kann und bin äusserst wenig, ich bitte dich inständig das einzuberechnen bevor du meine kritik alzu ernst nimmst.

Danke trotzdem für die freundlichen Worte und sei versichert das ich nach anderen deiner Werke ausschau halten werden.
Ich bin mir sicher, dass mir mal eins äusserst gut gefallen hat, kann mich aber nicht gut daran erinnern da ich zu dem zeitpunkt nichtmal
die zeit für eine kurzes danke gerne gelesen aufbringen konnte. Entschuldige das bitte.

Sei versichert wir lesen uns. Vorhang auf...
wer mag wen? hat wann? wie wen? warum gemocht?
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